Brot lagern ohne Plastik

Ich ernte regelmäßig sehr erstaunte, auch ungläubige Blicke, wenn ich erzähle, dass ich mein Brot im Backofen lagere. Wer’s aber einmal probiert hat, wird es nie wieder anders machen. 

Zugegeben, es hat lange gedauert, bis ich diese Lösung für mich entdeckt habe. Im November 2018 las ich auf verschiedenen Portalen davon, dass Brot am längsten frisch bleibt, wenn man es in einem Stoffbeutel oder einer Papiertüte im Backofen aufbewahrt.

Der Grund: Der Ofen verschließt relativ dicht, anders, als würde der Stoffbeutel samt Brot in der Schublade lagern. Durch den Stoff wird Flüssigkeit, die das Brot abgibt, aufgesogen und nach Außen abgeben, weshalb sich kein Schimmel auf dem Brot bildet. Es scheint also so, als herrsche im Ofen ein tolles Klima!

Das wollte ich ausprobieren! Und, was soll ich sagen?! Seitdem lagert unser Brot im Backofen.

Das hat zwei große Vorteile, eigentlich sind es drei!

  1. Man braucht keinen extra Brotbehälter
  2. Es ist aufgeräumt und steht nicht auf der Arbeitsfläche 
  3. Da es länger hält, wird nichts weggeworfen.

Ich verwende für die Aufbewahrung aber nur Stoffbeutel. In der Papiertüte habe ich es noch nicht versucht. Und da ich mein Brot ja schon in dem Beutel einkaufe, muss ich es gar nicht mehr umpacken. Mit Brötchen funktioniert das übrigens auch.

Wie lange hält das Brot?

Normalerweise kaufe ich jede Woche ein Brot und kann deshalb sagen, dass es sich auf alle Fälle eine Woche hält. Es wird ein kleines bisschen trockener, aber nie hart oder staubtrocken. Wenn ich viel unterwegs bin, lagert Brot auch schon mal länger. Und ich würde sagen, 10 Tage kann man es im Ofen lassen, dann kann es schlecht oder zu trocken werden.

Ofen lüften!

Natürlich darf man den Backofen trotzdem verwenden! Er ist ja nicht nur Brotkasten. Also, Brot raus, Kuchen rein, Ofen gut abkühlen lassen, Brot rein.

Wenn ich Auflauf im Backofen mache, sammelt sich schon mal etwas Kondenswasser im Ofen. Das sollte man erst trocknen lassen oder abwischen, bevor man das Brot wieder hineinlegt.

Ich bin wirklich sehr froh über diese Lösung, denn ich habe schon alles ausprobiert. Römertopf, Emaille-Dose, Plastikschüssel. Nichts war richtig gut. Aber jetzt bin ich ein für alle Mal überzeugt.

Vielleicht ist meine Lösung auch Deine Lösung!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

12 Gedanken zu “Brot lagern ohne Plastik

  1. An das Lagern im Backofen dachte ich auch schon mal, weil es Platz spart, aber eine seltsame Art von Ordnungssinn und das Vorhandensein einer Römer-Emaille-Brotschüssel hat mir die einfachste Lösung versperrt. Puh, wieso habe ich mich da nur selbst ausgetrickst? Danke Frau Schubert. Manchmal sollte man seinem Instinkt einfach vertrauen.

    Weil ich es gerade selbst erlebe: man darf auf sein Bauchgefühl hören, Dinge ausprobieren und auch mal im Arbeitsleben neue Impulse setzen, wenn etwas zu offensichtlich falsch läuft und einfache Lösungen denkbar sind, auch wenn man glaubt, keine Kompetenzen zu haben oder dass Hierarchien das blockieren.

  2. Das ist eine gute Idee – ich versuche es!
    Beim Bäcker gibt gibt es jetzt so neue Tüten die extra lange frisch halten sollen – fühlt sich an als ob da eine Plastikschicht drauf ist innen….
    Funktioniert es auch im Hochsommer? – da fängt es bei mir immer an zu schimmeln und daher lagere ich es im Kühlschrank.
    Mit was machen Sie Ihren Ofen sauber? Das is ja der Hammer wie im Küchenstudio!
    Gruß,
    Eva

  3. Ich frage mich immer: Was meinen die Firmen eigentlich mit frisch? Wenn die Backwaren nicht so leicht austrocknen, dann werden sie im Sommer bei Wärme schneller schimmelig.
    Auch ich lagere Brot im Sommer nur noch im Kühlschrank, in einer wiederverwendeten Papiertüte oder in rein papiernes Backpapier gewickelt – mit dem sehr dichten Ökobackpapier wickle ich auch manchen Käse ein, seitdem hält er länger, wobei es Glasschüsseln mit Deckel abfallfrei tun! Für das Brot werde ich aber den Stoffbeuteltipp übernehmen.

  4. Ach toll, das kommt mir gerade recht und wird prompt ausprobiert. Hat sich doch der schöne Emaille-Kasten nicht wirklich als nützlich erwiesen, sodass ich seinen Platz eigentlich nicht mehr rechtfertigen kann.

    Und ein Ofenputztrick würde mich auch interessieren. Mit Natron bin ich zwar schon weit gekommen, die Ablagerungen auf der Glastür machen mir aber immer noch zu schaffen.

    1. Ich nehme für den Ofen Soda, entweder pur oder aufgelöst in Wasser. Das löst fett und Rückstände gut.

      Noch mehr power bekommt man mit Soda und Zitronensäure. Ein EL von beidem in den Ofen, dann ein bisschen Wasser drauf, verteilen, einwirken lassen, abwischen.

  5. Als kleiner Denkanstoß: Ein Techniker hat uns mal davon abgeraten, Lebensmittel (auch Kuchen etc) im Backofen zu lagern. Die austretende Feuchtigkeit könnte für vorzeitiges rosten sorgen

  6. Ich nehme seit 9 Monate die Wachstücher von Beeskin.
    Das Brot bleibt ganz lange frisch !!!
    Unbedingt probieren .
    Ihr könnt auch Käse, Gemüse Pausenbrote usw damit einpacken, die Tücher gibt es in drei Größen und sind wieder verwendbar.

    Gruß
    Petra

  7. Brot und Brötchen kommen bei mir im Stoffbeutel oder Geschirrtuch in einen großen Steintopf, oben auf, sozusagen als ,Deckel‘, liegt der Brotkorb. Das hab ich vor über 30 Jahren einer Freundin nachgemacht. Der Steintopf wird immer mal mit Essigwasser ausgewaschen. Brauchen wir mehr Brot als reinpasst kommt auch was in den Backofen.

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