Zum Glück rotten wir uns selbst aus…

Zugegeben, die Überschrift klingt sehr drastisch. Aber wie soll man es anders sagen? Konzerne versprechen uns mehr Umweltschutz – gleichzeitig steigt die Zahl der Verpackungen ständig an. Und wahrscheinlich auch die der Kunden, die den Mist kaufen…

Wer mir auf Instagram folgt oder in letzter Zeit bei einem meiner Vorträge war, kennt die Rubrik #scheissderwoche schon. Hier auf dem Blog habe ich noch nicht viel davon gezeigt, deshalb will ich sie kurz erklären.

Ich hätte die Rubrik auch „Irrsinn der Woche“ nennen können, aber manchmal muss man – Verzeihung – die Scheiße einfach beim Namen nennen. Und ich habe es mir zum Ziel gemacht, absurde Verpackungen zu zeigen. Die Fotos mache ich nie selbst. Ich bekomme sie von aufmerksamen LeserInnen zugeschickt. Und glaubt mir, es sind massenhaft Bilder, die mich erreichen!

Was steckt also dahinter?

Nun, das frage ich mich manchmal auch? Denn den Gedanken hinter oder Nutzen vieler Verpackungen verstehe ich nicht? Ich stelle mir regelmäßig fünf Fragen:

  1. Wer schaut die ganzen Kochsendungen? Die Menschheit kann nicht mehr kochen. Das muss so sein, denn sonst würden nicht Milliarden mit Tütensuppen und -saucen verdient.
  2. Was ist praktisch daran, eine Frucht erst zu schälen und sie dann in Plastik einzuwickeln? Die Auswickel-Zeit ist gleich! Im Gegenteil: Eine Banane schält sich schneller als Frischhaltefolie um eine geschälte Banane abzufummeln. Man hat bei Lösung zwei nur mehr Müll und ein unappetitlich aussehendes Lebensmittel.
  3. Warum sind unsere Einzelhändler solche Hosenscheißer? Glaubt der lokale Betreiber des Supermarkts, es käme niemand mehr, wenn er sich nicht jede Woche selbst übertrifft, in dem er noch absurdere Produkte anbietet? Wo sind denn die Mutigen??? Ihr könnt mit mehr Umweltfreundlichkeit doch auch Werbung machen!
  4. Warum tut die Politik nichts dagegen? Die Menschen können anscheinend nicht selbst gut von schlecht unterscheiden. Denn sonst gäbe es solche Produkte nicht! Brauchen wir also Verbote?
  5. Wer zum Teufel kauft den Mist??? Und das, meine Lieben, will ich lieber gar nicht so genau wissen.

Ich fürchte, so schnell werden wir keine Antworten auf diese Fragen bekommen. Deshalb gilt: Wir müssen den Finger in die Wunde legen. Dann reagieren die Hersteller (manchmal) darauf. Ich habe heute einige Nachrichten bekommen, nach dem ich viele dieser blödsinnigen Verpackungen unter dem Hashtag #scheissderwoche bei Instagram gezeigt habe. Und die möchte ich euch zeigen.

Zunächst aber mal ein paar „schöne“ Beispiele aus der Rubrik #scheissderwoche (zum Vergrößern anklicken)

Die meisten Reaktionen auf solche Fotos kommen von meinen LeserInnen. Aber nicht nur…

REWE

Dieses Foto aus einem Rewe-Markt hat dazu geführt, dass Rewe Deutschland sich bei mir gemeldet hat. Es handelt sich um Äpfel samt wiederverwendbarem Gemüsenetz in der Pappschachtel und nochmal in Plastik eingeschweißt. Dialog unter dem Bild…

Rewe: Hallo Frau Schubert, vielen Dank für den Hinweis! In welchem Markt haben Sie das denn entdeckt? Bitte teilen Sie uns auch Ihre E-Mail-Adresse mit. Wir möchten das gerne von unseren zuständigen Kollegen prüfen lassen. Viele Grüße, Ihr REWE Team

Frau Schubert: Das weiß ich nicht! Ich bekomme solche Bilder von meinen Followern zugeschickt. Leider kam bei unserem bisherigen Emailaustausch immer nicht sehr viel heraus.

Frau Schubert: Ich habe eine Frage: Entscheiden denn die Märkte selbst über diese Produkte? Mir haben jetzt schon viele Verkäuferinnen geschrieben, die meinten, man müsse den Konzern verantwortlich machen, nicht den Markt. Ich würde das gerne für einen Blogartikel wissen, um es erklären zu können.

NESCAFÉ

Von Nescafé Dolce Gusto habe ich auch Post bekommen. Thema: Der  Adventskalender mit Kaffeekapseln. (24 Kapseln, Verpackung wiegt pro Kapsel 5 g, Inhalt 3-4 g). Dialog unter dem Bild…

NESCAFÉ Dolce Gusto: Hast du denn Fragen zur Verpackung?

Frau Schubert: Wieso? Ist die Verpackung nachhaltig? Es ist ja so, dass der Kapselkaffee ohnehin nicht nachhaltig ist…

NESCAFÉ Dolce Gusto: NESCAFÉ Dolce Gusto Kapseln bestehen überwiegend aus Polypropylen (PP). Sie werden in modernen Sortieranlagen auch in der Regel als PP erkannt und dem entsprechenden Wertstoffstrom zugeordnet. Beim Recycler werden sie danach geschreddert, gewaschen und nachsortiert, so dass diejenigen Anteile, die nicht aus PP bestehen (Kaffeesatz, Alu) abgetrennt werden. Dies hat Nestlé von unabhängiger Stelle prüfen lassen. Nestlé zahlt für Kaffee- und Teekapseln auf freiwilliger Basis Lizenzgebühren an ein Duales System.

Frau Schubert: Das ist ja immerhin etwas. Und dennoch bleibt Einweg eben Einweg. Und die Milliarden Kapseln werden energieaufwändig produziert und danach (hoffentlich) irgendwie verwertet. Ein Kreislauf wäre es, wenn Nestle versuchte, aus alten wieder neue Kapseln zu machen. Und dann würden immer noch Ressourcen verschwendet. Sorry, aber ich kann da nichts Nachhaltiges erkennen.

NESCAFÉ Dolce Gusto: Nachdem die Kapseln sortiert, zerkleinert und gewaschen wurden, werden sie zu kleinen Polypropylen-Pellets verarbeitet. Diese werden dann von Unternehmen verwendet, um Kunststoffwaren für den Außenbereich wie Parkbänke oder Spielplätze oder Paletten für Transport und Logistik herzustellen. Die Pellets werden auch in der Automobilindustrie eingesetzt.

Aus den Polypropylen-Pellets können keine neuen Kaffeekapseln hergestellt werden, da der aus dem Hausmüll stammende recycelte Kunststoff nicht die erforderlichen gesetzlichen Anforderungen für die Wiederverwendung für Lebensmittelverpackungen erfüllt. Zurzeit prüfen wir jedoch Möglichkeiten, die recycelten Kunststoffpellets in unserer Wertschöpfungskette wiederzuverwenden. Darüber hinaus unterstützen wir Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durch das Nestlé Institut für Verpackung, um die Qualität von recycelten Materialien zu verbessern und deren Verwendung in anderen Anwendungen zu ermöglichen.

Frau Schubert: Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Die möchte ich dann auch gerne veröffentlichen. Und dennoch muss ich wieder anführen, dass Recyclingverfahren und Zahlungen ans Duale System den Müllberg leider nicht schrumpfen lassen. Und dazu leistet nestle leider seinen täglichen Beitrag. Denn gerade Kaffeetrinken geht eigentlich auch ohne Müll.

Frau Schubert: Dennoch: Danke, nicht jeder Konzern antwortet so ausführlich auf meine Fragen.

TEGUT

Applaudiert haben wir bei tegut. Aber vielleicht haben wir uns zu früh gefreut…

Denn viele von euch haben diese Gemüsekiste offenbar schon gekauft. Auch sie ist mit einer Plastikfolie abgedeckt, was man sich für das schöne Foto im Prospekt natürlich gespart hat.

Frau Schubert: Liebes tegut-Team, habe ich euch zu früh gelobt? Denn ich bekomme jetzt viele Nachrichten, über der Kiste wäre Plastikfolie?! Habt ihr vor, das zu ändern? Viele Grüße, Frau Schubert

tegut: Hallo Frau Schubert, vielen Dank für deine Nachfrage. Gerne kläre ich die Angelegenheit mit unserer Abteilung für Obst un Gemüse ab. Sobald ich mehr weiß, melde ich mich wieder bei dir zurück. Viele Grüße aus der tegut Kundenbetreuung.

Wer ist für den #scheissderwoche verantwortlich?

Ich habe dazu aufgefordert, solche Verpackungen im Laden ruhig anzusprechen. Daraufhin bekam ich viele Nachrichten, man solle das bloß nicht tun. Die armen VerkäuferInnen könnten ja nichts dazu. Man müsse den Konzern dafür verantwortlich machen.

Das sehe ich anders. Natürlich ist Nestlé für seinen Adventskalender verantwortlich, nicht der/die kleine Supermarkt-BesitzerIn um die Ecke. Aber diese abgepackten, vorportionierten Convenience-Produkte werden definitiv erst im Markt hergestellt. Und da ist eben die Frage: Konzernvorgabe oder eigene Idee? Ich spreche außerdem nicht davon, die VerkäuferInnen anzuschreien, sondern höflich darauf aufmerksam zu machen, dass das doch nicht sein müsste und man sich der Verantwortung für die Umwelt bewusst sein müsse. Denn selbst, wenn es die Mettbrötchen für die Handtasche morgen nicht mehr gibt, wird der Markt überleben. Bestimmt.

Nun freue ich mich auf eure Kommentare und eine rege Diskussion unter diesem Beitrag.

 

 

 

28 Gedanken zu “Zum Glück rotten wir uns selbst aus…

  1. Das Kommunikationsteam von Nescafé ist ein Abbild des Produkts. Viel Lärm um nichts, aber dafür teuer. Schade, dass man wirklich glaubt, mit solchen Textbausteinen in die Diskussion gehen und dort irgendwem überzeugen zu können…

  2. Juhu du Liebe, das ist echt ein Scheiß und weißt du was mich so dermaßen aufregt. Dass BIO-Produkte der großen Handelsketten immer und immer wieder in Plastik verpackt sind. Wo bleibt da denn bitte der Nachhaltigkeitsgedanke?! Super, dass du diese Rubrik hast….da könnte ich Bilder schicken, das würde deinen Account sprengen . Ich bin aber mittlerweile auch so „frech“ und frage nach was das dann bitte mit Bio zu tun hat…..wie ist wohl die oft zu erwartende Antwort?! Richtig, „ANWEISUNG VON OBEN“
    Ach herrje, es ist wirklich ein Graus mit der Menschheit, daher Daumen hoch für die gut gewählte Überschrift!!!!
    P.S. Warum wird eigentlich auf die Corona Krise mit Milliardenhilfen und mit Lichtgeschwindigkeit der „Hilfmaßnahmen“ reagiert?! Bei der Klimakrise kommt kein Politiker aus der Hüfte….RICHTIG, dient alles dem Wachstum . Daher immer rein mit dem Finger in die Wunder, ABER vorher desinfizieren .

    Ich lasse dir liebe Grüße da

    Bianca

    1. Liebe Bianca, ich habe mich auch schon gefragt warum die Bio Produkte immer so in Plastik eingepackt werden und ich habe mir sagen lassen, dass das daran liegt wenn die Bio Produkte mit nicht Bio Produkten transportiert oder aufbewahrt werden, dann nehmen die Bio Produkte soviel Pestizide auf, dass es nicht mehr der Richtlinie entspricht und die Bio Sachen dann nicht mehr als Bio gelten würden. Ob das wirklich stimmt, habe ich nicht genau überprüft.
      Ich habe das Glück einen Bio Bauern in der Umgebung zu haben, der uns das saisonale Gemüse und Obst jede Woche in einer Stofftasche bringt, die man dann wieder zurück geben kann und darüber bin ich unendlich froh, denn es war immer eine Tortur sich entscheiden zu müssen, ob man das Gemüse mit den Pestiziden drauf nimmt oder ob man eine halbe Tonne Müll mitkauft. Ich hoffe man findet da sobald wie möglich eine Lösung, dass sich da schnell was ändert.

      Liebe Grüsse

      Bojana :)

      1. Juhu Bojana,
        also das ist echt eine doofe Ausrede?! Zumal ja nicht nur frische Lebensmittel wie Obst oder Gemüse eingepackt sind, sondern vor allem Dinge wie Haferflocken, Getreidekörner (vor allem bei Alnatura regt mich das immer so auf) oder andere Dinge, die NICHT davon betroffen sind, wenn sie mit den armen Pestiziddingen in Berührung kommen. Nein, da muss ein anderer Grund dahinter stecken…..unglaublich. Am besten war ja mal die Ausrede einer Verkäuferin (bei Edeka oder so)….“Ja, das muss in Plaste eingepackt sein, damit man es auspreisen kann“ (quasi damit eine Klebefläche für das PREISETIKETT da ist)….hat man da noch Worte, schon mal was von Laseretikettierung gehört?! Ach ja, da könnte ich schreiben und schreiben und schreiben…….

        Sei lieb gegrüßt

    2. Hallo Bianca, ich sehe das auch so. Hab wegen der Plasteverpackung von Bioobst und – gemüse mal das Kaufland in Eiche bei Berlin angeschrieben: Man könne das an der Kasse dann nicht mehr auseinanderhalten. Habe Branding vorgesclagen: Ja, man prüfe das. Seit Corona wird’s aber eher schlimmer als besser.
      Ich kaufe dann eben lose nicht-Bio-Ware…keine Ahnung was jetzt besser für Umwelt und eigene Gesundheit ist…?
      Viele Grüße aus Berlin
      Marion

  3. Ich schreibe Firmenleitungen persönlich an. Globus hat z.B. mal mit einem eigenen Heft für seine Nachhaltigkeit geprahlt und an dem Tag bin ich mit der Verkäuferin wegen den Plastikfolien zwischen den einzelnen Käsescheiben in Diskussion geraten. Sie meinte sie könne sie nicht weglassen. Befehl von oben. Seit diesem Brief ist dies möglich und ich habe einen netten Brief zurück bekommen, dass sie über Feedback dankbar sind.

  4. Danke für diesen Beitrag! Ich bin generell dafür, Nestlé komplett zu boykottieren! Die haben soviel Dreck am Stecken, da ist der Adventskalender noch ein sch*** dagegen! Diese Firma geht über Leichen.
    Alles Liebe dir

  5. Danke und super Artikel. Ich würde zu den Bildern noch eine Erklärung schreiben, da vermutlich nicht jeder erkennt was verpackt ist.
    Ich denke wir dürfen so etwas nicht kaufen und diesen Gedanken weitergeben an unsere Kinder. Märkte anzuschreiben ist natürlich eine gute Idee.
    Ich bin mir unsicher ob man in Corona Zeiten mit seiner Dose zum Supermarkt Metzger darf/sollte. Beim Bäcker ist mir erklärt worden sie dürfen das aktuell nicht.

    1. Hallo Steffi,

      danke für das Feedback! Bei den Bildern, auf denen man es schlecht erkennt, hab ich das gemacht. In der Galerie kann ich es leider nicht. Aber das Problem scheint ja klar zu sein.
      Eigentlich geht das Einkaufen mit eigenen Behältern jetzt wieder gut. Zumindest habe ich in den meisten Läden die Erfahrung gemacht. Tatsächlich gab es jedoch einige, die es nicht machen.

      Viele Grüße,
      Nadine

  6. Thematisch: D’accord und keine weiteren Impulse…
    aber ich finde schade, daß in Deinem Blog der „gefällt mir“-button fehlt – über den wäre es mir nämlich möglich, diesen Artikel in meinem Blogmenü weiterzuverbreiten. :-)

  7. Die Märkte/Konzerne wissen eigentlich, dass die Kunden die Verpackungen gar nicht (mehr) wollen. Aber wie die Menschheit so ist: träge eben. Da ich momentan wegen Corona nirgendwo, nicht mal im Bioladen, Käse oder Brot/Brötchen oder sonstiges ohne Verpackung bekomme, habe ich mich ergeben, schmeiße Plastik weg und nutze die überzähligen Bäckertüten jetzt zum Einsammeln von Sch… im Katzenklo. Die wie hier auf den Fotos gezeigten absolut unnötigen „Umverpackungen“ müssten gesetzlich verboten werden. Man rennt ja sonst insgesamt nur gegen Mauern.Selbst willigen Politikern steht in der Regierung ein CDU-Wirtschaftslobby-Verein gegenüber (nennt sich „Wirtschaftsrat“, mit Vize Merz), dem jede Veränderung in Richtung Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein Graus zu sein scheint. Dabei könnten Wirtschaftsbetriebe doch tatsächlich mit real in die Hand genommenem Umweltschutz Werbung machen – wie Sie, Frau Schubert, schon sagten.

      1. Da kann ich nur zustimmen. Aber da die Bundeskanzelei vom Bundestag gewählt wird und nicht von einer regierenden Partei, und Merz da nicht der beliebteste ist, wird es wohl ein weniger schlechter neuer Chef werden ;-)

  8. Hallo du Liebe!
    Danke für deinen Artikel. Ich war viele Jahre im Verkauf (Kassenbereich) bei real tätig. Als Beispiel bringe ich die Gurke an. Die Bio-Gurke wurde in Plastikfolie eingeschweißt, damit man sie an der Kasse von der normalen, mit Pestiziden verseuchten Gurke unterscheiden kann. Wir haben uns darüber beschwert, aber passiert ist nichts. So hat die Bio-Gurke einen Scanner Code auf der Folie und die andere Gurke eine Kurznummer zum Eingeben an der Kasse. Wichtig ist zu überlegen wo man einkauft. Der Kunde hat es in der Hand. Ansonsten geht der Schwachsinn immer weiter. Hauptsache wir haben genug gesetzliche Anforderungen, die unbedingt eingehalten werden müssen.

    Einen lieben Gruß
    von Marianne

  9. Liebe Frau Schubert, selbst das Recycling ist eine Lüge. Der meiset Abfall des „Grünen Punkts“ wird exportiert. Greenpeace hat dazu ausführlich recherchiert. Bleiben Sie dran, nur so kann die Zerstörung unseres Planeten durch u. a. Müll, deutlich gemacht werden. Auch für die, die den Scheiß kaufen. Liebe Grüße Petra

  10. Prinzipiell bin ich auch gegen jegliche Plastikverpackung!
    Aber eine leichte biologisch abbaubare Folie über Obstverpackungen finde ich nicht schlecht.
    Liegen z.B. Erdbeeren oder Kirschen etc. lose in der Verpackung fangen die Leute an zu wühlen und zu sortieren. Mir ist es mal passiert, dass eine Frau mit ihrer Tochter beim Lidl 20 Minuten in losen Kirschen rumgewühlt hat und das ist auch nicht appetitlich.
    Viele Grüße

  11. Ich habe lange in einer Wohneinrichtung für erwachsene Menschen mit (körperlicher) Behinderung gearbeitet. Seitdem sehe ich das etwas anders. Natürlich brauche ich keine Bananen in Plastik verpackt – für einen Menschen, der an Spastiken leidet, ist das aber unter Umständen einfach eine Art, die Banane essen zu können, ohne sie zu zermatschen. Für Menschen, die einen oder beide Arme/Hände nur eingeschränkt benutzen können, sind vorgeschnittene Zwiebel- und Knoblauchstücke schon ein großer Schritt Richtung selbst gekochtes Essen.

    Man fällt vor Ärger leicht in den Ableismus, ich denke, da sollte man aufpassen.

    1. Liebe Jasmin,

      diese Sichtweise verstehe ich gut. Allerdings weigere ich mich zu glaube, dass die Supermärkte bei ihren Angeboten an genau diese Menschen denken.

      Uns, denen es gut geht, geht die Sicht auf Menschen mit Benachteiligungen sicher verloren, bzw. wir kennen das vielleicht nicht, aber die Intention der Industrie ist sicher eine andere.

      Danke fürs aufmerksam machen.

      Viele Grüße,
      Schu

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