Weniger Plastik im Bad

Unsere Badezimmer werden nicht nur von unendlich vielen Plastikflaschen und -tuben für Shampoo, Duschgel, Cremes und Make-Up besiedelt. Über den Abfluss gelangen daneben auch noch viele Schadstoffe und unsichtbares, flüssiges Plastik in die Kanalisation. Dabei ist die Umstellung auf müllfreie und umweltfreundliche Produkte gar nicht schwer.

Zahnbürsten

Beim Thema Zahnbürsten war ich lange hin- und hergerissen. Schließlich kommen Bambus-Zahnbürsten von weit her und auch der Transport schadet der Umwelt, während viele aus Plastik in Deutschland hergestellt werden.

Doch wenn wir überlegen, müssen wir uns auch fragen: Woher kommt das Erdöl für unsere Plastik-Zahnbürsten? Auch das wird über weite Strecken transportiert. Hinzu kommt, dass Zahnbürsten zu den Artikeln gehören, die am häufigsten an Stränden angespült werden – also zuvor im Meer gelandet sind.

Deshalb sind Zahnbürsten aus Bambus doch eine gute Lösung. Am besten ist es, wenn auch die Borsten aus Bambus und nicht aus Kunststoff sind. Und: Stehen die Borsten nach drei Monaten noch schön gerade, kann die Zahnbürste im Topf fünf Minuten ausgekocht und dann weiterverwendet werden. Das geht übrigens auch, wenn wir erkältet sind, um die Borsten von Viren zu befreien.

Zahnpasta

Vor einigen Jahren ging ein Aufschrei durch die Medien, als bekannt wurde, dass in nahezu jeder Zahnpasta, die in Deutschland verkauft wurde, Mikroplastik steckte. Das wird verschluckt oder landet im Abfluss. Die Hersteller haben reagiert. Heute findet man keine Kunststoffe mehr in Zahncremes.

Bleibt noch die Tube. Wir haben schon viele Alternativen zu herkömmlichen Zahnpflegeprodukten getestet. Und auch in Drogeriemärkten gibt es schon Pasta in Glastiegeln, die wirklich nicht schlecht ist. Doch am wenigsten Verpackung fällt bei Zahnputz-Tabletten an. Im Unverpackt-Laden füllen wir sie in unser eigenes Glas, ansonsten sind sie im Drogeriemarkt erhältlich. 125 Stück in einem kleinen Tütchen aus Papier.

Anwendungstipp: Zahnbürste nass machen, eine halbe Tablette auf die nassen Borsten legen, bis sie sich auflöst. Dann wie gewohnt Zähne putzen.

Shampoo

In vielen herkömmlichen Shampoos und Duschgels steckt flüssiges Plastik, damit Haare glatter und die Haut weicher wird. 50.000 Tonnen dieser Polymere werden pro Jahr allein in Deutschland für Pflegeprodukte und Reiniger verwendet. Hinzu kommt, dass dunkle Plastikflaschen, die vor allem für Männer-Pflege Verwendung finden, nicht recycelt werden, weil die Sortiermaschinen sie nicht erkennen.

Bei festen Produkten passiert uns das nicht. Denn sie sind oft lose erhältlich. Schon viele Jahre waschen wir uns Haare, Hände und Körper mit Seife. Inzwischen sind unsere Haare gut entwöhnt, Rückstände konventioneller Shampoos ausgewaschen. Und weder auf unserer Haut, noch in der Umwelt landen Schadstoffe. Ach ja, in der gelben Tonne landen dadurch natürlich auch keine Plastikflaschen mehr. Denn im Durchschnitt wirft jede(r) Deutsche pro Jahr 36 davon in den Müll.

Cremes

Ich habe schon vor langer Zeit damit aufgehört, mir Cremes auf die Haut zu schmieren. Wenn ich doch mal eine haben möchte, rühre ich sie selbst an. Hauptbestandteil ist dann Sheabutter aus fairem Handel. Das Rezept für meine Bodybutter habe ich in einem früheren Artikel veröffentlicht.

Heute verwende ich überwiegend pflegende Öle. Und zwar für alles, Körper, Gesicht und, wenn nötig, auch für die Haarspitzen. Die Befürchtung, die Haut wäre danach schmierig, weil Öle nicht gut einziehen, kann ich nehmen. Außerdem sind Öle rein, ohne Zusatzstoffe und ohne Plastik. Die Verpackungen aus Glas können später weiterverwendet werden. Etwa für selbst gemachtes Gesichtswasser.

Rasierer

2016 haben wir unseren ersten plastikfreien Rasierer angeschafft. Mein Mann und ich teilten uns einen Rasierhobel. Ich erschrecke heute noch immer wieder, wenn ich im Drogeriemarkt das Angebot an Einweg- oder Mehrwegrasierern aus Kunststoff sehe. Es ist riesig und es wächst. Die Klingen, die dafür benötigt werden, sind nicht recycelbar, weil sie aus zu vielen unterschiedlichen Materialien bestehen. Das ist schade, denn es geht besser.

Der gute alte Rasierhobel hat ein Comeback erlebt. Als ich letztes Jahr aber den völlig plastikfreien Schwingkopf-Rasierer aus München entdeckt habe, war ich Feuer und Flamme. Freilich, die Investition ist nicht klein, dafür schaffen wir uns aber ein Teil an, das uns ein Leben lang begleiten kann.

Und letztlich gibt es für jeden Geldbeutel die richtige Lösung für den Weg zu einem plastikfreien Badezimmer.

Dieser Beitrag ist Teil einer mehrwöchigen Serie. Jede Woche gibt’s 5 Tipps für weniger Plastik bzw. nützliche Tipps rund um Leben und Haushalt.

Wer weitere Vorschläge hat, darf sie gerne in die Kommentare schreiben.

2 Gedanken zu “Weniger Plastik im Bad

  1. Hallo Frau Schubert, ich hab neulich nach der Schulbücherrückgabe zu Hause die Krise bekommen da hier unendlich viel Plastik verwendet wird. Filzeinband finde ich gut aber man sieht das Buch hier nicht durch. Ich hab gedacht vielleicht wäre es eine Lösung die Bücher gleich vom Verlag dicker einbinden zu lassen (da das Einbinden kaum einer mag oder Zeit dafür hat) für alle Eltern entfällt oder was haben Sie dazu für einen Idee?

    1. Viele Schulbücher haben ja eine Folienkschierung, aber die übersteht mehrere Jahrgänge nicht. Wir haben immer Transparentpapier genommen, das ist schön dick und trotzdem durchsichtig. Schulen könnten es aber auch wie Büchereien handhaben. Die kleben eine Folie auf die Bücher.

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