Laktosefreie Milch in der Glasflasche?

Werbung / Markennennung – Landliebe verkauft Milch in Glasflaschen. Das wissen viele, die auf Plastik verzichten. Landliebe verkauft aber auch laktosefreie Milch. Im Tetrapak.  Das wissen alle, die eine Laktoseintoleranz haben. Warum Landliebe die laktosefreie Milch nicht in Glasflaschen anbietet, habe ich versucht herauszufinden.

Es scheint tatsächlich viele Menschen zu geben, die kein Plastik lieben und die keine Kuhmilch vertragen. Denn schon sehr häufig wurde ich gefragt, ob es laktosefreie Milch in Glasflaschen gibt.

Nun habe ich das Problem nicht – zum Glück! Aber ich habe natürlich die Augen offen gehalten und – wie alle Intoleranten – festgestellt: Laktosefrei und Glas gibt´s zusammen nicht.

Aber warum eigentlich?

Die Milch ist ja nicht gerade billig – ist ja auch ok. Und Landliebe bietet doch beides an. Warum geht es also nicht, dass Landliebe „normale“ Milch in Flaschen abfüllt, laktosefreie aber nicht? Ich habe an Landliebe geschrieben und hier kommt die Antwort.

Sehr geehrte Frau Schubert,

Tatsächlich führen wir unsere Landliebe Laktosefrei – aus frischer Landmilch leider nicht in der Glasflasche in unserem Sortiment. Ihren Wunsch bzw. den Wunsch Ihrer Leser haben wir jedoch gerne an unser Produktteam weitergegeben. Für Anregungen sind wir sehr dankbar und beziehen sie durchaus in unsere Überlegungen ein. 

Zum jetzigen Zeitpunkt können wir leider noch keine Aussage dazu treffen, ob und wann Ihr Wunsch umgesetzt wird. Wir hoffen auf Ihr Verständnis, dass wir uns mit der Verpackungsgestaltung unserer Produkte nach den aktuellen Wünschen der Verbrauchermehrheit und den Gegebenheiten im Handel richten müssen. Um den unterschiedlichen Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden, führen wir in der Tat bereits unsere nicht laktosefreie Landiebe Landmilch sowohl in der Glasflasche als auch im Milchkarton in unserem Sortiment. Viele Kunden bevorzugen derzeit in der Tat noch Einweg-Verpackungen, da somit die Rückgabe der leeren Mehrweg-Flaschen entfällt. Zudem sind die Milchkartons aufgrund ihres geringeren Gewichts leichter zu tragen. Darüber hinaus verfügen manche Handelsketten derzeit über kein Rücknahmesystem (z.B. Automat) für Mehrweg-Verpackungen aus Glas, so dass unsere Milch in der Mehrweg-Flasche dort nicht angeboten werden kann. 

Selbstverständlich beobachten wir, ob sich die Vorlieben der Verbrauchermehrheit und die Bedingungen im Handel im Zeitablauf ändern. 

Ich habe ein paar Passagen fett markiert. Denn darauf möchte ich näher eingehen. 

  • Wir hoffen auf Ihr Verständnis, dass wir uns mit der Verpackungsgestaltung unserer Produkte nach den aktuellen Wünschen der Verbrauchermehrheit und den Gegebenheiten im Handel richten müssen. Woher weiß Landliebe, was die Mehrheit der Verbraucher will? Ich glaube nämlich, die meisten kaufen, was ihnen vor die Nase gesetzt wird.
  • Viele Kunden bevorzugen derzeit in der Tat noch Einweg-Verpackungen, da somit die Rückgabe der leeren Mehrweg-Flaschen entfällt. Das glaube ich sofort! Ich denke aber, wer zu Faul ist, Flaschen zurückzugeben, kauft auch nicht die teure Landliebe-Milch im Tetrapak, sondern greift zur billigen H-Milch.
  • Darüber hinaus verfügen manche Handelsketten derzeit über kein Rücknahmesystem (z.B. Automat) für Mehrweg-Verpackungen aus Glas… Echt? Wer denn? Alle Märkte, die Landliebe Milch führen, haben doch meistens beides, Flasche und Tetrapak. Und somit eben auch einen Automaten.

Was kann man tun?

Nun, da gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Keine Milch mehr trinken (das werden hier einige vorschlagen. Ist auch berechtigt, käme für mich aber auch nicht infrage)
  • Milch im Tetrapak kaufen (käme für mich nicht infrage, aber ich bin ja nicht intolerant)
  • Landliebe zeigen, dass viele Kunden sehr wohl laktosefreie Milch im Glas möchten. Um es euch einfach zu machen, hab ich einen Text vorbereitet. Schickt ihn an diese Email-Adresse:

Kundenservice@frieslandcampina.com

Liebes Landliebe-Team,

ich kaufe regelmäßig Landliebe Laktosefrei – aus frischer Landmilch, bin aber mit der Verpackung nicht einverstanden. Tetrapaks können nicht recycelt werden und sind damit keine umweltfreundliche Verpackung. Da Sie frische Landmilch in Glasflaschen anbieten, möchte ich Sie auffordern, die laktosefreie Milch auch in Glasflaschen anzubieten.

Freundliche Grüße

…Name

Einfach den Text kopieren, auf die Mailadresse klicken, Name drunter, abschicken. Mal sehen, ob wir was erreichen. 

18 Gedanken zu “Laktosefreie Milch in der Glasflasche?

  1. Ich habe eine Zeitlang Landliebe Milch in der Glasflasche gekauft, weil das die einzige Milch war, die ich in unserem Supermarkt in der Glasflasche bekommen konnte. Inzwischen bin ich wieder auf regionale Bio-Milch im Tetrapack umgestiegen, aus zwei Gründen: Erstens ist Landliebe bei weitem nicht so grün, wie die Firma gerne glauben machen möchte. Es ist kein Bio-Produkt, die meiste Milch kommt weiterhin aus Massentierhaltung, die Kühe werden mit konventionellem Mastfutter wie Mais und Gerste gefüttert (auch wenn Landliebe das als „traditionelle Fütterung“ verkauft und den Verzicht auf Gen-Mais gross raushängt). Und ob die Tiere jemals eine Weide gesehen haben, ist sehr fraglich, der Betrieb verweigert jede Auskunft. Zweitens hat unser Supermarkt zwar tatsächlich einen Pfand-Automat, der verweigert allerdings stur sämtliche Landliebe-Flaschen. Ich musste also jedes Mal nach einem Mitarbeiter klingeln, diesem erklären, dass die Milch tatsächlich hier verkauft wird, es also keine „fremden“ Flaschen sind, dann den Pfand-Preis nennen und an der Kasse dann mit dem handgeschriebenen Pfand-Bon hantieren, was Aushilfen regelmässig zur Verzweiflung brachte. Zusammen mit dem teuren, aber konventionell produzierten Produkt war mir das letztlich einfach zuviel Aufwand für zuwenig Sinn, da ist mir Bio und regional wichtiger als plastikfrei.
    Wenn Landliebe die fehlenden Rückgabemöglichkeiten für ihre Glasflaschen beklagt, stimmt das also, aber Schuld daran sind nicht die Supermärkte. Eine identische Glasflasche eines anderen Milchproduzenten hat unser Automat nämlich problemlos geschluckt (die haben sie leider nach kurzer Zeit wieder aus dem Sortiment genommen), es liegt also tatsächlich an Landliebe! Die paar Flaschen sind also hauptsächlich viel Greenwashing für ein leider sehr konventionelles und bequemes Unternehmen…

    LG, Julia

  2. Oh, wie klasse! Ich habe mich schon oft geärgert beim Milchkauf. Mein Freund ist laktoseintolerant und will nicht auf Milch verzichten! Manchmal trinkt er die normale Glasflaschenmilch oder es wird das Tetrapack gekauft!
    Vielen Dank für deine Mühe!
    Die E-Mail geht zweifach raus.
    Liebe Grüße
    Natalia

  3. Ich bin zwar nicht laktoseintolerant und habe zum Glück die Möglichkeit Bio-Milch in Glasflaschen zu kaufen, aber die Aktion unterstütze ich trotzdem gerne.
    Je weniger Plastik im Supermarkt steht, desto besser!

    Lieben Gruß,

    Sissi

  4. Hallo, die Aktion finde ich toll. Noch besser und umweltschonender wäre es, die Hersteller anzuschreiben, die Milch ohne Glyphosat verkaufen und Landliebe gehört meines Wissens nicht dazu. An „saubere“ Betrieben schreibe ich gerne ähnliche Zeilen.
    Liebe Grüße

  5. Da könnte man glatt einen Rundumschlag machen bei allen Milch-Unternehmen. Da ich ebenfalls keine Reste von Spritzmitteln, Gentechnik und Medikamenten aus der Landwirtschaft aufnehmen möchte (je mehr konventionell desto zuviel für den Körper), würde ich mich lieber an Bio-Milch halten, aber ich habe das Glück, dass ich Milch nur in kleinen Mengen vertrage und sie außerdem gar nicht pur mag. Von den Biofirmen bekommt man aber auch Mandelmilch oder Hafermilch nicht im Glas. Da kann man sich gleich mitbeschweren, da diese Tetrapacks mit der Aluschicht innen eigentlich ein gigantischer Unsinn sind und die Leute das ohne Bedenken einkaufen. (Da kommt dann bestimmt die Begründung, dass „der Konsument das so will“ – haha.)
    Milch ist ein Mastmittel, macht Kälber groß und Menschen dick, die das regelmässig als Getränk nehmen oder Käse essen. Außerdem ist das ALLERGIEPOTENTIAL der heutigen Massen-Milch sehr hoch, da in den Molkereien die Milch von Millionen Kühen mit unterschiedlichsten Protein-Ausstattungen zusammengekippt wird und das Immunsystem der Verbraucher dann mit viel mehr Stoffen konfrontiert wird, als wenn die Milch von nur einem Bauernhof kommt. Darüber sollten die Milchtrinker sich mal Gedanken machen, die vor allem konventionelle Milch im Supermarkt kaufen! In meiner Kindheit holten die Eltern die Milch tatsächlich noch vom Bauernhof in der Vorstadt (der Rahm wurde zum Sahnemachen abgeschöpft), heute würde ich die Supermarktmilch meinem Kind nicht antun. Selbst das Homogenisieren in den Molkereien (Zersprengen der Fettkügelchen zur Verhinderung von Aufrahmung) soll sich negativ auswirken, wenn diese neue Form der Milch in die menschliche Verdauung gelangt.
    Wenn man doch noch Milch/-Mixgetränke/-Eis haben will ohne Blähungen/Bauchweh, kann man vorher eine Laktasetablette zur Verdauung des Milchzuckers kauen (gibts in Drogerläden wie dm). Das zur Hilfe für Laktoseintolerante, falls die Milchfirmen einfach uninteressiert bleiben. :-)

    1. Da stimme ich vollkommen zu. Den Milchkonsum sollte man generell überdenken. Milch als Getränk finde ich recht sinnfrei. Ab und an in einer Sauce oder zum Backen verwende ich sie gerne. Natürlich hat nicht jeder das Glück, eine Bio – Milchtankstelle in der Nähe zu haben. Wir holen dort auch nur kleine Mengen, die rasch verbraucht werden.
      Deshalb finde ich die Aktion generell gut und deinen Denkanstoß ebenfalls

  6. bei mir wurde bereits „Ist nicht von Kund*innen gewünscht“ „wir werden es weiterreichen“:

    „vielen Dank für Ihre nette Nachricht. Wir freuen uns sehr, dass Ihnen unsere Landliebe Laktosefrei – aus frischer Landmilch so gut schmeckt.
    In der Tat führen wir unsere Landliebe Laktosefrei – aus frischer Landmilch aktuell leider nicht in der Glasflasche in unserem Sortiment. Selbstverständlich haben wir jedoch Ihren Wunsch, dies zu ändern, an unser Produktteam weitergegeben. Er wird in die Diskussion einfließen.
    Für kritische Rückmeldungen zu unseren Verpackungen sind wir sehr dankbar und beziehen sie durchaus in unsere Überlegungen ein.
    Wir wünschen Ihnen schöne, hoffentlich sonnige Herbsttage!“

    Danke, für die tolle Aktion! Ich habe auch die Mail an das Berchtesgadener Landmilch Team gesendet.

  7. Liebe Fabienne,
    das halte ich auch so. Allerdings fände ich schön die Wahl zu haben bzw die Möglichkeit, wenn ich keine Zeit habe Mandeln über Nacht einzuweichen…und Sojamilch lässt sich nicht so einfach herstellen…aber danke fürs Mitdenken :-)

    Liebe Grüße, Vero

  8. Ich finde es super, dass du Initiative ergreifst. Nur so kann man langfristig etwas verändern. Ich trinke keine Milch, freue mich lieber über pflanzliche Milch, da ich vegan lebe. Aber auch hier gibt es keine Glasflaschen, man muss (sofern man sie nicht selbst herstellt) immer auf Tetrapaks zurück greifen. Das finde ich echt nervig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es viele Veganer gibt, die eben auch sehr umweltbewusst leben und gerne lieber auf eine plastikfreie Verpackung umsteigen würden. Mach weiter so, finde deinen Einsatz super !
    Janina
    http://www.janinasfootprints.com

  9. Hallo Frau Schubert,
    ich habe auch eine ähnliche Mail an Landliebe geschickt, zum einen wegen der laktosefreien Produkte (unser Jüngster, 21 Monate alt ist von Laktiseintoleranz betroffen), aber auch wegen Produkten aus der herkömmlichen Milchschiene, wie zum Beispiel Quark, Schlagsahne oder saure Sahne. Ich bin da einfach Mal einen Schritt weiter gegangen … .
    Bei uns gab es bei Kaufland vor einiger Zeit noch zwei Sorten laktosefreien Joghurt von Landliebe, aber die führen den nicht mehr – leider. Jetzt kam immerhin von Landliebe das Angebot, dass sie, wenn ich Ihnen die Postleitzahl unseres Wohnortes nenne, mir sagen, ob es einen Händler in unserer Gegend gibt, der diesen Joghurt noch im Sortiment hat.
    Ansonsten erhielt ich – fast wörtlich gleich verfasst – eine Standardmail, wie auch schon alle anderen, die sich hier zu Wort gemeldet haben.
    Aber nur so merken die Hersteller, dass es Kunden gibt, die etwas verändern möchten. Wer still schweigt, nimmt oftmals einfach hin … . Wer anders denkt, muss sich eben zu Wort melden.

    Der Mensch hat irgendwie verlernt, selbst aktiv zu werden und etwas einzufordern.
    Ich kenne zu viele Menschen, die resignieren und sagen: „Was kann ich denn schon verändern? Das interessiert doch eh keinen, was ich möchte.“ Diese Denkweise ist bei uns in Brandenburg stark verbreitet. Es wird mir dann gesagt, dass man ja gerne etwas gegen die Plastikflut und die ganzen gelben Säcke täte, wenn man denn könnte … . Aber die Ideen fehlen, die Menschen sind nicht mehr kreativ, sondern einfach abgestumpft. Ich finde das sehr schade, denn durch Resignation bewegt man rein gar nichts … . Schade finde ich es auch deshalb, weil unter den Menschen, mit denen ich geredet habe, viele Familien mit Kindern sind. Und unsere Kinder sind es, die den ganzen Schlamassel spätester geballt abbekommen. Schon alleine für sie wäre es wichtig, dass sich die Eltern mit der Problematik zumindest einmal befassen … .

    Wir schaffen es doch mit unserer Familie auch, nach und nach weniger Plastik zu produzieren – und das hier auf dem Land, ohne ‚Unverpackt-Laden‘ und ohne regelmäßige Wochenmärkte. Es ist noch nicht das, was ich mir wünsche, aber wir sind auf dem Weg. Unsere Familie produziert inzwischen 80 – 85 Prozent weniger Plastikabfall als noch vor drei Jahren – und das, obwohl wir ein Laktoseintoleranz- Kleinkind Zuhause haben und nicht konsequent auf alles verzichten (weil mein Mann da auch nicht mitspielen würde). Aber warum ist das so? Weil wir uns eben mit der Problematik auseinander setzen und nicht resignieren wollen. Nur so bewegt man etwas.
    Ganz liebe Grüße,
    Yvonne

  10. Hallo Frau Schubert,
    ich habe eine so ähnliche Antwort auch schon von den Andechser und Berchdesgardener Milchwerken bekommen, mir ging es um die Plastik/AluminiumVerpackung der Butter. Mir wurde auch geschrieben der Verbraucher würde… und die Qualitätsverluste…. hier muss wohk wirklich die Politik mit Mehrweggesetzen eingreifen, ich hab das Gefühl wir kleine Verbraucher sind hier machtlos, siehe Surrig Essigessenz.
    Schade, leider!

    Bzgl Butter gibts mittlerweile die Butter der Gläsernen Molkerei im Ort zu kaufen. Ist zwar für mich in Bayern nicht so regional, aber das ist halt dann so.

  11. Und ich glaube, diese EMail Aktionen, wie soll ich sagen, die beatwortet eine kleine Mitarbeiterin der jeweiligen Firma. Die hat den Standarttext den sie jedesmal wieder kopiert, sollte erneut ein Verbrauche schreiben. Ich glaube wir müssen hier Briefe an die Geschäftsführer der jeweiligen Firmen schreiben. Denn von den EMail s bekommt der sicher nicht viel mit…
    Ein Brief, der wie folgt adressiert wird, landet in der Regel direkt beim Geschäftsführer/Vorstand. Ich hatte erst letztens bei einer Produktreklamation aus anderen Gründen nur so Erfolg, nachdem ich mich auch zuvor erfolglos mit Email und Telefon mit der Firma rumgeschlagen habe:

    Herrn/Frau Max Mustermann
    Firma Xy
    Strasse
    Plz Ort

    In meiner Arbeitsstelle bekomme ich das mit, das mache Leute so Erfolg haben, nur so haben wir die Chance direkt beim wirklich verantwortlichen zu landen.

    Den jeweiligen Namen des Geschäftsführers findet ihr übrigen auf der jeweiligen Internetseite unter dem Impressum, dort muss der Name lt Gesetz genannt werden.

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