Grüner Wohnen mit plastikfreien Wandfarben

Anzeige. Nachhaltigkeit fängt für Viele beim Einkaufen an. Egal, ob Lebensmittel, Mode oder Drogerieprodukte. Die Fans eines umweltverträglichen Lebensstils achten auf Verpackung, Fairness und Inhaltsstoffe. Wie ist das aber beim Wohnen und Renovieren. Auch da gibt es nachhaltige Lösungen.

Hans Landenberger aus Gammertingen in Baden-Württemberg hat sich den „grünen“ Wänden verschrieben. Mit seinem Unternehmen „Fesche Wand“ hat er sich den Traum vom nachhaltigen Farbenparadies verschrieben. In seinem Geschäft und dem Online-Shop vertreibt er gesunde und plastikfreie Putze und Wandfarben sowie das benötigte Zubehör.

Herr Landenberger, viele wissen nicht, worauf man bei herkömmlichen Wandfarben achten muss. Oft steht auf einem Eimer auch „natürlich schöne Wände“ drauf. Was ist tatsächlich drin, das uns schaden kann?

Zuallererst sind da die Konservierungsstoffe zu nennen, die in den meisten wasserverdünnbaren Farben enthalten sind: Selbst in Wandfarben, die mit dem „blauen Engel“ ausgezeichnet sind, dürfen Konservierer enthalten sein. Dazu gehören Methylisothiazolinon und Benzisothiazolinon. Das sind giftige Substanzen, die Fäulnis-Bakterien und Schimmelpilzwachstum verhindern, damit die Farbe während des Lagerns nicht kaputt geht. Und diese Stoffe streicht man sich natürlich auch ins Kinder- oder Schlafzimmer.

Zum Zweiten sind fast immer Kunststoff-Bindemittel (Polyvinylacetat, Acrylat, Styrol) enthalten und zwar zwischen 5 % und 20 %, je nach Wandfarben-Typ. Bei 10 % Bindemittel sind in einem 10 Liter-Eimer 1.400 g Plastik, das man quasi als Folie über seine vier Wände verteilt. Dazu kommt der Eimer mit circa 500 g Kunststoff. Also fast 2 kg Plastik für einen Zimmeranstrich. Nach Jahren wird ja dann die alte, schon oft gestrichene Tapete auf den Müll geworfen und damit das ganze Plastik eben auch. Von Entsorgung kann hier nicht gesprochen werden.

Reine Sumpfkalkfarben oder reine Silikatfarben sind sehr selten, die haben keine Kunststoff-Anteile und benötigen auch keinen Konservierer. Bleibt aber immer noch den Eimer aus Plastik. 

Wenn mehr als 3 % Kalk oder Lehm in einer Farbe sind, dann kann man sie schon danach benennen, auch wenn es eigentlich eine Kunststoff-Farbe ist. Also Vorsicht bei Pseudo-Produkten. Leider sind am Markt viele Pseudo-Naturfarben vorhanden und die Unterscheidung ist für den Laien nicht immer einfach. Am Besten ist eine Volldeklaration, was bei seriösen Naturfarben-Herstellern üblich ist. Es werden also alle Inhaltsstoffe aufgeführt, die in der Farbe sind und nicht nur schwammige Umschreibungen wie „Addititve“. Dann kann man sich mit den einzelnen Stoffen kritisch auseinandersetzen. 

Essigsäure-Esther oder Kunstleim sind oft Umschreibungen für Polyvinylacetat (PVAC), das häufigste künstliche Bindemittel in Wandfarben.

Woraus bestehen Ihre Wandfarben?

Es gibt bei „Fesche Wand“ die Lehmfarben. Sehr heller naturweißer Lehm ist also das Bindemittel. Lehm klebt, solange er nass ist und wird recht hart beim Trocknen. Das weiß jeder, der einen lehmigen Gartenboden hat. Angereichert mit hellen Steinmehlen und Pflanzenstärke, sowie Naturgummi und den weißen oder bunten Pigmenten entsteht eine Wandfarbe, die dazu noch sehr diffusionsoffen ist, also Luftfeuchtigkeit ausgleicht.

Dann gibt es die „Fesche Wand“ Kalkfarbe. Diese Farbe haftet auf dem Untergrund, indem sie carbonatisiert, eine mineralische Verbindung mit dem Untergrund eingeht. Außerdem ist Kalk von Natur aus alkalisch und wirkt damit gegen Schimmelpilze und Bakterien. Deshalb kalkt der Landwirt auch heute noch die Ställe. Nicht, damit es die Kuh dort schön weiß hat, sondern zur Desinfektion. Auch beim Kalk nehmen wir bei „Fesche Wand“ die pflanzlichen Hilfsstoffe her, um eine gut verarbeitbare Wandfarbe zu anzubieten. 

Weil bei „Fesche Wand“ die Farbe erst auf der Baustelle mit Wasser angerührt wird, spart das circa 50% Transportgewicht und Konservierungsmittel werden auch nicht benötigt. Die angerührte Lehmfarbe muss innerhalb weniger Tage verarbeitet werden. Die nasse Kalkfarbe lässt sich sehr, aufgrund der Alkalität, sehr lange lagern.

Die Farbe wird nur in einem Papiersack verschickt, den ich dann mit dem Altpapier entsorgen kann. Wie muss ich sie verarbeiten?

Eigentlich ähnlich wie handelsübliche Dispersionsfarben. Nur das Anrühren mit Wasser kommt bei der Lehm- oder der Kalkfarbe noch hinzu. Wasser in einen sauberen Eimer schütten, das Farbpulver obendrauf und dann mit dem Bohrmaschinen-Rührquirl 5 Minuten rühren, 30 Minuten warten, nochmals rühren und fertig ist die Farbe. Danach kann die Farbe mit dem Streichquast oder der Malerrolle genauso aufgetragen werden wie andere Wandfarben auch. 

Renovieren mit „Fesche Wand“ kann also jeder?

Wenn es um Wandfarben geht, auf jeden Fall. „Fesche Wand“ bietet aber auch Lehm- und Kalkputze an. Hier muss mit der Kelle gearbeitet werden. Und je nach gewünschter Oberfläche ist das schon ein wenig anspruchsvoller. In unseren Anwender-Videos zeige ich aber Schritt für Schritt, wie’s geht. Und ein Anwenderleitfaden liegt natürlich in jedem „Fesche Wand“-Karton drin.

Hinzufügen möchte ich noch, dass natürliche, mineralische Anstriche aus Lehm und Kalk nicht ganz so platt erscheinen wie Dispersionsfarben. Besonders kräftige Farbtöne changieren leicht in der Farbigkeit. Das kann man durch den Anstrich mit der Streichbürste noch betonen. Für mich wirkt so ein Anstrich gefälliger als eine platte Kunststoff-Oberfläche. Aber auch mit der der Malerrolle lassen sich die „Fesche Wand“ Farben ganz einfach aufwalzen.

Klingt denkbar einfach. Und warum soll man wasserverdünnte Farbe kaufen, wenn man das Wasser ja bereits zu Hause hat. Vielen Dank, Hans Landenberger, für den Einblick und die guten Tipps zu gesunden Wandfarben und -putzen.

Wenn ihr nun Lust bekommen habt, die Wandfarben von „Fesche Wand“ auszuprobieren, oder ohnehin renovieren wollt, einfach auf das Bild klicken!

Ein Gedanke zu “Grüner Wohnen mit plastikfreien Wandfarben

  1. Daaaanke für diesen Tip! Ich bin schon seit 15 Jahren auf der Suche nach einem Anbieter wie diesem. Ab jetzt kommt mir nie wieder Plastik an die Wände.

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