FAQ: Klopapier ohne Plastik

Artikel enthält Markennennungen. Der Absatz beim Toilettenpapier ist innerhalb der letzten zwei Wochen um 700 Prozent gestiegen. Das zeigt, wir haben mehr Angst, uns den Hintern nicht mehr abwischen zu können, als an Corona zu erkranken. Mich erreichen täglich viele Fragen zum Thema Toilettenpapier. Heute werde ich sie beantworten.

Wer schon mal in einem meiner Vorträge war, oder eines meiner Bücher gelesen hat, weiß, ich kaufe Klopapier nur einmal im Jahr. 2019 habe ich, aus Versehen, zweimal Toilettenpapier gekauft. Heute bin ich froh darüber. Eine Sorge weniger :)

Hier kommen die FAQs zu unserem Klopapier-Vorrat.

Welches Toilettenpapier verwenden Sie?

Ich kaufe seit Jahren Kleenex Ultra 8408. In meinem Buch „Noch besser leben ohne Plastik“ ist leider ein Zahlendreher drin. Der wird natürlich beim Nachdruck korrigiert.

Wo kann man das kaufen?

Ich bestelle beim Sanitärgroßhandel. Es gibt mehrere Anbieter. Ich verlinke gleich das richtige Angebot.

Warum kaufen Sie genau dieses Toilettenpapier?

Ich war natürlich irgendwann auf der Suche nach einem Klopapier ohne Plastikverpackung. Wollte wissen, ob es das gibt. Zudem sollte es aus 100% Altpapier bestehen und am besten in Deutschland hergestellt worden sein, um lange Transportwege zu vermeiden. Meine Recherchen ergaben, dass eben dieses Toilettenpapier all meine Anforderungen erfüllt.

Ist das nicht viel teurer als herkömmliches Klopapier aus dem Drogeriemarkt?

Definitiv! Es kostet umgerechnet etwa das Doppelte. Allerdings ist der Verbrauch viel geringer. Ein Päckchen mit 200 Blatt hält deutlich länger als die Rolle. Das habe ich natürlich eigenhändig getestet.

Wie oft kaufen Sie dieses Klopapier?

Ich bestelle einmal im Jahr. Aber keine Angst, man braucht dafür kein extra Zimmer. Das sind zwei Kartons – vergleichbar mit Kisten, in denen man Windeln oft im Angebot bekommt. Wir brauchen etwa eine Kiste pro Halbjahr – das sind 36 einzelne Packungen, die nur mit einer Papierbanderole verpackt sind. Zwei Kisten reichen also ein Jahr – oder sogar etwas länger.

Für mich ist das eine Entlastung, weil ich mich lange nicht um den Kauf von Klopapier kümmern muss.

Wie bewahren Sie diese Menge auf?

Unter unserem Waschbecken im Bad stehen zwei schöne Boxen. Sie bieten genügen Platz für den Vorrat für ein halbes Jahr.

Natürlich kann man die Einzelblätter nicht an den Rollenhalter hängen. Bei uns hängt dort jetzt ein Körbchen, in dem die Blätter liegen.

Was halten Sie von Bambus-Toilettenpapier?

Ehrlich gesagt, nicht viel! Wir produzieren in Deutschland viel mehr Papier- als Plastikmüll. Warum aus einem Teil davon nicht Toilettenpapier herstellen. Freilich wächst Bambus sehr schnell nach. Aber der Transport von Klopapier aus Asien nach Deutschland ist alles andere als umweltfreundlich. Für mich steht das in keiner Relation.

Welche Alternativen gibt es noch?

Ich verstehe den Hype um Klopapier im Moment gar nicht. Gibt es doch tausend Möglichkeiten der Popo-Hygiene!

  • Wer ein Bidet hat, kann ganz auf Toilettenpapier verzichten.
  • Von Happy-Po gibt’s eine Po-Dusche. Sie ist schon fast überall für 20 Euro erhältlich.
  • Und natürlich tut´s auch ein Waschlappen.
  • Mir persönlich gefällt die Philosophie von goldeimer – es handelt sich um das erste soziale Klopapier. Lest selbst: hier geht’s lang.

Das ist noch wichtig!

Beim Toilettenpapier kommt es nicht auf die Verpackung an! Wichtiger wäre, Recycling-Papier zu verwenden. Denn es müssen keine Bäume gefällt werden, damit wir uns ein einziges Mal den Hinter abwischen können.

Aufgrund des durch die Corona-Krise ausgelösten Klopapier-Mangels benutzen die Menschen vermehrt Feucht- oder Taschentücher sowie Küchenrolle für den Toilettengang. Das führt zur Verstopfung der Kanalisation. Die Kanäle müssen mit viel Wasser nachgespült werden, um die Verstopfung zu beheben.

 

13 Gedanken zu “FAQ: Klopapier ohne Plastik

  1. Guter Tipp. Hätte ich ihn vorher schon gekannt, wäre ich aber womöglich nicht darauf gekommen, es ganz ohne zu versuchen, mit den zum Schluss angedeuteten Mitteln, und das seit nun einem Vierteljahr.
    Da man seine Wäsche in Coronaviruszeiten ohnehin wärmer waschen soll als nur im Kaltwaschbereich, vielleicht auch die Handtücher häufiger wechselt, ist das Waschlappenproblem, das manchen vom Selbstversuch abhält, auch kein Argument mehr, 60°C fällt häufig genug an.
    Ich finde aber auch eine Kombination von Wasserspülung (happypo), ganz wenig Papier – gut zu wissen, dass man plastikfrei verpacktes bekommen kann – und dann einem Waschlappen auch schon sehr hilfreich, nicht nur dem Abfall, sondern auch der Hamsterpanik entgegenzuwirken.

  2. Liebe Nadine, danke für den Beitrag. Was hältst du denn von Toilettenpapier aus Bambus, z.B. smoothpanda o.ä.? Die werden zwar verschifft, aber Bambus wächst doch viel schneller nach. Und verpackt sind diese auch in Papier.
    Danke
    Viele Grüße
    Alex

  3. Es fehlt auf der sanhytec-Seite ein Hinweis, dass das verlinkte Klopapier Recyclingpapier sei. Wenn es dort nicht steht, dann ist es das wohl auch nicht. Ein Papier mit der Bezeichnung 8404 kann ich dort nicht finden, es steht die Bezeichnung 8408 in diesem Artikel. Ansonsten danke auch für diesen Einkaufstipp, Frau Schubert.
    Übrigens hat die Coronazeit bei uns zum Sparen von Toilettenpapier geführt, was jetzt hoffentlich insgesamt weltweit ebenfalls einen Umwelteffekt bewirkt :-).
    Zum Bambuspapier habe ich auch noch meinen Senf dazuzugeben: Es könnten sich alle mal Gedanken darüber machen, was mittlerweile an Produkten (fast nur noch) aus China importiert und in vielen Fällen nirgendwo anders mehr produziert wird. Dazu gehören viele Elektrokleinartikel, Plastikteile und Metallwaren, über die man sich im Gegensatz zu Bambusartikeln heute, die in Asien immerhin aus dem „Unkraut“ Bambusgras gemacht werden, kaum Gedanken macht. Millionen von Alltagsartikeln (und Grundstoffen für Produkte), die man bei uns in Kaufhäusern, Supermärkten und Baumärkten für kleines Geld bekommt, stammen aus China – massenhaft in Containern verschifft, oft genug in den Ozeanen verloren gegangen und dort über lange Zeit unauflöslich.

      1. Hm, na gut, aber seltsam, dass es nicht so deklaiert ist. Was manche nicht ahnen: Wenn man bestimmte Allergien hat, kann selbst gutes Recyclingpapier eine schlechte Wahl sein, weil eine Reaktion auch auf minimale Mengen bestimmter Inhaltsstoffe an den zarten Stellen des Körpers zur Qual werden kann. Es gibt so einen Fall in der Familie. Ich selbst vertrage gottseidank Recyclingpapier. Meine Wahl bei hygi war allerdings mal das Satino black, eine niederländische Produktion, in Kartonverpackung.

  4. Ich weiß nicht recht, ob ich riesige US-amerikanische Konzerne mit einer Milliarde Dollar Jahresumsatz für Kleenex-Tücher (von denen die meisten vermutlich NICHT aus Altpapier sind) unterstützen möchte. Das ist auch der Grund, warum ich im Bioladen einkaufe und nicht Aldi-Bio oder ähnliches.
    Bei uns im Unverpackt-Laden gibt es auch unverpacktes Klopapier (auf Rollen).

  5. Mal wieder ein großartiger Beitrag! Kurz und bündig, sehr informativ und trotzdem publikumsnah und sympatisch! Vielen Dank, wieder etwas Neues gelernt. Weiter so!

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