Weniger Müll im Urlaub

Weniger ist mehr – auch im Urlaub. Dafür sollte man aber gut vorbereitet sein. Wir fahren am besten, wenn wir uns selbst um unsere Versorgung kümmern. Das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Ich nehme zwar nur das Nötigste mit, dafür aber das Richtige.

Bis zum Jahr 2011 haben wir nur sporadisch Urlaub gemacht. Dafür sind wir immer mal geflogen. Doch das machte mir weder Spaß noch fand ich die Urlaube schön. Deshalb beschlossen mein Mann und ich, damals noch mit einem Kind im Gepäck: Schluss mit Fliegen. Wir fahren nach Italien. Und zwar mit dem Auto. Das mag auch nicht die umweltfreundlichste Lösung sein, für uns aber die beste. Und es muss schließlich machbar sein, mit Kindern bequem zu reisen.

Vor zwei Jahren haben wir schließlich den Selbstversorger-Urlaub für uns entdeckt. Kinder werden größer, schlafen morgens länger – was ja auch den Eltern guttut. Man ist dadurch unabhängiger von Essenszeiten. Aber das Wichtigste ist: Wir produzieren dadurch weniger Müll, weil wir es selbst in der Hand haben!

Vorbereitung ist alles

Allerdings gehört etwas Vorbereitung dazu. Geübte Plastikvermeider tun sich damit aber nicht schwer. Denn wir wissen, was wir brauchen, damit so wenig Verpackungsmüll wie möglich anfällt. Und selbst das, was von zu Hause ins Urlaubs-Zuhause wandert, passt in eine kleine Tasche.

Wir nehmen nicht viel Kleidung mit, denn ich achte darauf, dass die Ferienwohnung über eine Waschmaschine verfügt. Klamotten, Handtücher und ein paar Spiele verstaue ich in großen Reisetaschen aus beschichteter Baumwolle, die uns nun schon einige Jahre begleiten. Der Vorteil: Sie lassen sich klein zusammenfalten und dann im Schrank verstauen. Außerdem können Sie als Strandtasche verwendet werden. Ich reinige sie, wenn nötig, mit Lappen und Olivenölseife, denn die habe ich ohnehin immer im Gepäck.

Nützliche Helfer, die nicht fehlen dürfen

Es gibt einige Dinge, die nicht fehlen dürfen, damit ich am Urlaubsort keinen Ersatz kaufen muss, der meist in Plastik verpackt ist.

Zum Reinigen

  • Olivenölseife am Stück entfernt Flecken und reinigt zwischendurch Abschminkpads und Putzlappen
  • Olivenölseife als Flocken zum Herstellen von Waschmittel
  • in Wasser aufgelöste Spülseife, abgefüllt in eine Sprühflasche, zum Spülen von Geschirr, aber auch zum Putzen der Küche und Waschbecken in den Bädern
  • Putzlappen/Spültücher und Geschirrtücher und eine Topfbürste
  • zwei kleine Handtücher, die in der Küche hängen, um sich die Hände abzutrocknen

Zum Einkaufen und Aufbewahren

Der Vorteil des Urlaubs in Ferienwohnung oder -haus ist, man kann das, was zu Hause im Kühlschrank übrig ist, einfach mitnehmen. Und Reiseproviant benötigt man sowieso. Der wird gleich in Edelstahl-Dosen verstaut, die man später auch am Urlaubsort gebrauchen kann. Die wenigen Dinge, die mitkommen, benötigen nicht viel Platz und sparen auch am Urlaubsort Müll.

  • Brotbeutel und Food Hoods (kleine Hauben mit Stretch-Bündchen), beides von everandagain – damit können in der Ferienküche vorhandene Schüsseln, Tassen und Teller einfach abgedeckt werden.
  • Bienenwachstücher aus meinem Online-Shop, die nicht nur zum Abdecken, sondern auch zum Einwickeln angeschnittenen Obsts verwendet werden können
  • Und natürlich einige Stoffbeutelchen, um Gemüse einzukaufen

Im Ausland oft nur Einweg

Leider gibt es im benachbarten Ausland oft nur Einwegflaschen. Selbst auf Glas ist kein Pfand – zumindest nicht in Italien. Deshalb haben wir immer unseren Wassersprudler dabei. Auf den Internetseiten der jeweiligen Kommune kann man sich häufig darüber informieren, ob das Leitungswasser trinkbar ist.

Weniger Sorgen im Bad

Leider sind Ferienwohnungen oft nicht gut ausgestattet. Entweder fehlen Wäscheklammern und Kleiderbügel oder es sind nicht genügend Haken im Bad vorhanden. Damit ich mir darüber keine Sorgen machen muss, bringe ich mir selbst Halterungen mit.

Der Magnetseifenhalter – am besten packt man mehrere ein – hat Haar- und Körperseife fest im Griff und man ärgert sich nicht, wenn keine Ablage in der Dusche vorhanden ist.

An den Waschbecken gibt es meistens die Möglichkeit, etwas abzulegen. Auch dort kann die Seife zum Händewaschen mit einem Magnet angebracht werden, eine Luffascheibe tut es jedoch auch.

Natürlich bringen wir auch unsere eigenen Seifen mit. Es kommt allerdings auch mal vor, dass wir eine nachkaufen müssen. Mit jedem Urlaub lernen wir dazu und werden besser. Aber diese wenigen Dinge bringen uns schon sehr weit, um Müllvermeidung auch im Urlaub zu gewährleisten.

Und trotzdem möchte ich euch sagen: Ihr dürft auch mal fünf gerade sein lassen. Denn Urlaub soll Erholung sein und nicht in Stress ausarten. Wer allerdings einmal meine Tipps probiert, wird es beim nächsten Mal schon leichter haben. Es ist, wie immer: Man muss nur damit anfangen.

2 Gedanken zu “Weniger Müll im Urlaub

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