73 Dinge… Frau Schubert hat sich getrennt

Jede(r) Deutsche besitzt laut Statistik etwa 10.000 Gegenstände. Das klingt nach übermäßig viel und man kann sich kaum vorstellen, dass so viel Zeug in eine Wohnung oder ein Haus passt. Und wer zählt schon? Ich bewundere Menschen, die sich da total im Griff haben, die mit zwei Tellern und zwei Tassen auskommen. Ohne Fernseher, ohne Kaffeemaschine. Davon bin ich weit entfernt, aber meine 73 Dinge haben mich sehr befreit. Und ich habe mir ein ordentliches Taschengeld verdient – mehr dazu später…

Mich überkommt es jedes Jahr – mehrmals. Dann fange ich an, Dinge auszusortieren. Meistens, weil es mich nervt, dass irgend ein Kistchen oder Küchenschrank aus allen Nähten platzt. Und ich denke oft „Mensch, ich bin doch ganz gut!“. Und trotzdem häuft sich immer wieder Zeug an. Zeug, das doch eigentlich keiner braucht.

Jetzt hab ich mich wieder drüber gemacht und den Motivationsschub genutzt, um dran zu bleiben. Was uns verlassen hat und wie auch ihr aus eurem Zeug Geld machen könnt, möchte ich in kurzen Tipps beschreiben.

Anfangen

Ich bin kein Profi, deshalb gehe ich nicht Raum für Raum oder Schrank für Schrank vor. Ich habe aber immer eine Kiste oder einen Wäschekorb, in den ich Dinge lege, die nicht mehr gebraucht werden. Ich sammle ein wenig, bevor ich die Sachen weggebe oder verkaufe. So kommen Gegenstände aus allen möglichen Räumen zusammen.

Farblich sortieren

Zuletzt habe ich viele Deko-Sachen und Blumentöpfe aussortiert. Hier eine Vase, da zwei Körbchen, dann noch zwei Platzdeckchen, dazwischen ein Tischläufer. So setzt sich diese Reihe fort mit Krimskrams, der irgendwo verstaubt, weil ich ihn nicht brauche.

Ich sortiere dann nach Farben. So ist das Set entstanden, das auf dem Bild zu sehen ist. Ich fotografiere gleich ganze Pakete, alles farblich zueinander passend – mal sind sie schwarz-weiß, mal in Natur- und Brauntönen, es können aber auch ganze Besteck- oder Küchensets sein.

Fotografieren

Die meisten Smartphones haben gute Kameras. Deshalb kann man damit tolle Fotos machen. Und trotzdem ärgere ich ich oft, wenn ich selbst auf der Suche nach gebrauchten Sachen bin, dass es immer wieder Leute gibt, die sich da sehr wenig Mühe machen und man kaum etwas erkennt. Dabei verkaufen sich Produkte viel schneller, wenn man sie ins rechte Licht rückt.

  1. Fotografiere, wenn es hell ist, denn im Tageslicht sehen Gegenstände einfach besser aus.
  2. Du solltest das Licht im Rücken haben. Das bedeutet: Fotografiere nicht zum Fenster hin, sondern vom Fenster weg, also mit dem Fenster im Rücken, damit das Licht auf die Produkte fällt.
  3. Auch der Hintergrund ist wichtig. Es sollte aufgeräumt sein und man darf gerne auch ein Stück Sofa, ein paar Blumen oder ein Stück von Wand und Fußboden sehen. Ich finde, man bekommt so einen Eindruck vom Wohnraum und kann sich ein Bild vom Verkäufer machen (Saustall oder ordentliche Familie).
  4. Auch Detailaufnahmen oder Bildausschnitte können sehr schön aussehen.
  5. Filter benutzen! Mit speziellen Apps kannst du Filter über deine Fotos legen, die sie noch besser aussehen lassen. Das geht ganz einfach und du kannst farblich noch was rausholen.
  6. Mach viele Fotos! Das ist wichtig, damit sich der Käufer einen guten Eindruck deines Angebots machen kann. Fotografiere von allen Seiten, aus verschiedenen Perspektiven und von innen und außen (etwa bei Schränken).

Verkaufen

Es gibt tausend Möglichkeiten Aussortiertes loszuwerden. WhatsApp-Gruppen, Facebook Marketplace, eBay Kleinanzeigen, willhaben.at oder etwa Vinted für Kleidung und Spielzeug – man kann eine oder auch mehrere nutzen. Ich biete fast alles über eBay Kleinanzeigen an. Ich habe gelernt, dass einige Dinge den Verkauf beschleunigen.

  1. Denke daran, dass deine Sachen gebraucht sind! Das hilft bei der richtigen Preisfindung. Du musst vergessen, was das Teil mal neu gekostet hat.
  2. Schau nach, was andere für ähnliche Artikel verlangen.
  3. Gib immer „Verhandlungsbasis“ an. Ich habe gemerkt, dass bei einem Festpreis oft nicht mal Nachrichten mit Anfragen kommen.
  4. Gib mögliche Versandkosten an.
  5. Schreibe in die Anzeige, dass du gerne Rabatt gibst, wenn jemand mehrere Artikel kauft.
  6. Achte auf die Rechtschreibung.
  7. Schreibe nicht zu viel, mach Absätze in den Text. Das macht die Anzeige leichter lesbar.
  8. Beschreibe den Zustand genau, weise auch auf Mängel hin und fotografiere sie. Gib Maße an.

Meine 73 Dinge

Jetzt möchte ich euch noch kurz erzählen, was unter meinen 73 Dingen war und warum ich jetzt spürbar mehr Platz habe. Ich zähle kurz auf.

Ich habe mich von vier Pflanzen, zahlreichen Blumentöpfe, kleineren Möbelstücken, vielen Dekogegenständen, Bettwäsche, Zierkissen, einem Kleiderschrank und einigen Elektronikgeräten getrennt.

Am meisten hat mich der Verkauf des Kleiderschrankes befreit, denn ich musste mich damit auseinandersetzen, was mit dem Inhalt passiert. Also habe ich ausgemistet. Drei Kartons mit Papieren mussten durchgesehen werden. Viel davon habe ich weggeworfen, weil es Bedienungsanleitungen waren von Geräten, die wir gar nicht mehr hatten. Fotos, die alle noch in digitaler Form vorhanden sind, habe ich auch aussortiert und Kleidung, die mir schon lange ein Dorn im Auge war, habe ich sofort zum Nachbarn gebracht. Dort wird sie aufgetragen.

Übrigens: Der Erlös durch die Verkäufe liegt bei 265 Euro – ganz schön viel Geld für Dinge, die man nicht mehr liebt…

Nun ist mein Artikel gar nicht so kurz geworden und vermittelt das Gefühl, ausmisten sei doch gar nicht so einfach. Ich finde, man muss nur den Anfang wagen – wie beim Plastikvermeiden. Dabei mache ich bestimmt nicht alles richtig. Deshalb habe ich mir und euch Hilfe geholt. Hilfe vom Profi!

Petra Bäumler aus Nürnberg ist Aufräumcoach. Am kommenden Sonntag erzählt sie uns, was das genau ist und verrät ihre wichtigsten Aufräumtipps.

 

 

13 Gedanken zu “73 Dinge… Frau Schubert hat sich getrennt

  1. Super, so bekommen Dinge einen neuen Besitzer und keinen Platz in der Mülltonne. Das mache ich vor allem mit Büchern – auch gerne gebrauchte Bücher in gutem Zustand im Internet kaufen und später wieder verkaufen oder verschenken, mit Ausnahme einiger Sachbücher. Wenn man in einem Haus lebt und nicht mehr umzieht, besteht extreme Gefahr des Anhäufens!

  2. Hallo du Liebe, ja, ich mache das eigentlich auch seit nun zwei Monaten (bei mir geht das mit dem Ausmisten immer nach Weihnachten los :). Ich habe mir die Tipps aus dem Buch „Einfach leben – Der Praxis Coach“ geholt. Ganz, ganz viele Sachen habe ich daraus gelernt, z.B. dass man mit alten Handys noch was Gutes tun kann…….

    Liebe Grüße
    Bianca

  3. liebe Frau Schubert, so gerne lese ich die Inspirationen von Ihnen, danke dafür! Darf ich fragen wo man Sachen finden kann die sie verkaufen?ganz lieben Dank!Svenja aus HH

    1. Liebe Svenja,
      vielen Dank für das nette Feedback! Ich heiße bei eBay Kleinanzeigen Frau Schu, meine Postleitzahl ist 97514. einen Link kann ich leider nicht über die App generieren.
      Viele Grüße,
      Schu

  4. Mir geht es im Moment auch so – es tut so gut, loszulassen! Ich bekomme mehrmals im Jahr einen Knall und muss mich von Dingen trennen. Obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) ich tendenziell ein Mensch bin, der zum Horten neigt. Mir hat eine 30-Tage-Challenge, bei der ich mich jeden Tag von 1, 2, 3 … 30 Teilen getrennt habe und diese Dinge dann verschenkt habe, sehr geholfen.
    Vielen Dank für die Verkaufstipps!

  5. Ich finde es auch gut, wenn man Dinge, mit denen man nichts mehr anfangen kann, verschenkt oder verkauft. Ich finde, der Preis ist manchmal gar nicht soooo wichtig… hauptsache es interessiert sich noch jemand dafür und es wird nicht weggeworfen.

    Am Besten ist allerdings, gar nicht so viel einzukaufen… Wir hatten in unserem Haus mal einen Wasserschaden und mussten KOMPLETT ausziehen und innerhalb von einer Woche unser Haus räumen… Das hat mich ein wenig geheilt und danach habe ich mir dann vorgenommen, nur noch zu kaufen, was ich wirklich brauche…. Ist auch viel günstiger ;-)

    Wir haben dann 9 Monate nicht in unserem Haus gewohnt, hatten fast alles in Kisten bei meinen Eltern zwischengelagert und nach unserem Einzug habe ich nur das wieder in den Haushalt aufgenommen, was ich brauche, vermisst habe oder wichtige Erinnerungen sind.
    Gaaaaaaaaaaaaaanz viel habe ich in dieser Zeit auch über Ebay verkauft, wir haben einen Garagenflohmarkt veranstaltet, ich habe Dinge weiterverschenkt und in unsere Tafel gebracht.
    Das befreit so! :-)

    Und trotzdem ist unser Haus nicht leer, komisch!? :-)

    Liebe Grüße
    Marion

    1. Liebe Marion,

      es stimmt, der Preis ist nicht so wichtig. Ich hab es mal ausgerechnet, im Schnitt habe ich pro Artikel 3 Euro und ein paar zerquetschte bekommen. Aber wenn jemand Freude daran hat, ist das völlig in Ordnung.

      Tatsächlich sind viele der Dinge etliche Jahre in unserem Besitz gewesen. Ich mache kaum Fehl- oder Spontankäufe.
      Und trotzdem hat man irgendwann genug davon.

      Ein Umzug ist immer gut, um sich von Dingen zu trennen. Irgendwann steht uns das nochmal bevor, dann mach ich es besser ☺️

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