Amazon, was tust Du da?

„Das Buch Leben ohne Plastik ist in Plastik verpackt!“ Diesen Satz hat eine Satire-Seite auf Facebook vor einiger Zeit veröffentlicht. Mein Verlag und ich haben darauf überhaupt nicht belustigt reagiert. Doch gestern meldete sich ein Buchkäufer bei mir und überraschte mich mit der Wahrheit.

Ich dachte, ich sehe nicht richtig, als ich diesen Post las. Der Kunde schrieb:

„Heute meiner Frau geschenkt. Hatte es bestellt und so bekommen, siehe Foto. Sehr schwach. Inhalt Top. Verpackung total daneben. Vielleicht sich mal Gedanken machen?“

Der Mann dachte zurecht, dass das nicht zusammenpasst… ein Buch über Plastikvermeidung in Plastik verpackt… Und natürlich ist es nicht so. Doch ich weiß, dass es weitere Buchkäufer gibt, die meine Bücher in Kunststofffolie erhalten haben. Der Verlag hat leider keinen Einfluss darauf, was Händler mit den Büchern „anstellen“.  oekom sagt:

Wir sind schockiert!! Unsere Besser-leben-ohne-Plastik -Ratgeber sind weder einzeln foliert, noch werden sie aus unserem Verlag oder von unserer Buchauslieferung so verschickt! Wir verwenden ausschließlich Kuverts und Versandtaschen aus Papier oder Pappe. Bei unseren beiden Ratgebern haben wir sogar besonders viel Sorgfalt in die Produktion der Bücher gesteckt, damit sie so plastikfrei wie möglich sind. – Das Ganze ist auch deshalb besonders ärgerlich, weil wir uns – gegen den Trend in der Branche – stetig bemühen, unsere ökologischen Standards nach oben zu schrauben und dafür einiges in Kauf nehmen.

Und das stimmt! Wir haben bei der Wahl der Materialien für beide Bücher darauf geachtet, hochwertiges Recyclingpapier zu verwenden. Die Druckfarben sind mineralölfrei und auch auf Kaschierung mit Folie oder Lack wurde verzichtet. Ausgeliefert werden die Bücher nur in Kartons, Lücken werden mit Papier gefüllt – dafür werden oft sogar überschüssige oder Fehlerhafte Druckbögen verwendet.

In diesem Fall war Amazon der Übeltäter. Natürlich habe ich den Versandriesen mit seinem Fehler konfrontiert. Die Antwort fiel knapp aus.

Hallo Nadine, da gebe ich dir Recht: Das widerspricht sich! :(
Gerne kannst du uns über den folgenden Link bestellungbezogenes Feedback zur Verpackung geben: http://amzn.to/1cYXZOi Viele Grüße…

Jeder Kunde kann sich also über die Verpackung beschweren. Bitte den Link oben benutzen. Nur so kann man Amazon Kritik mitteilen.

Aber ich habe noch bessere Tipps:

  1. Beim Buchhändler kaufen! Am besten die eigene Tasche mitbringen und sich dort keine (Papier)Tüte geben lassen. So unterstützt man gleichzeitig den örtlichen Handel
  2. Bei oekom bestellen. Egal, wie viele Bücher dort auf einmal gekauft werden, die Verpackung ist immer plastikfrei.

Der Link beim Klick auf das Buch führt zum oekom-Shop. Wer jetzt bestellt, bekommt seine Bücher noch vor Weihnachten!

12 Gedanken zu “Amazon, was tust Du da?

  1. Hallo,

    Ich persönlich habe dein Buch über einen ortsansässigen Buchhändler bestellt und natürlich auch ohne zusätzliche Verpackung erhalten.
    Bzgl. dem führenden Ohnlineanbieter habe ich vor kurzem einen ähnlichen Bericht gelesen. Kunden haben bei Smoothie Panda bestellt (Bambus Toilettenpapier, welche über …… aber in Pastik verpackt wird). Bestellt man diese Wäre aber über Die Webseite des eigentlichen Anbieters direkt, bekommt man seine Ware ohne zusätzliche Plastikverpavkung, wofür Smoothie Panda auch ausdrücklich wirbt.
    Leider interessiert es den führenden Onlineanbieter überhaupt nicht, wie die Waren verschickt werden, noch ist ihm Umweltschutz ein Begriff, Hauptsache der Umsatz stimmt. Darüber sollte man sich beim führenden Onlineanbieter immer im Klaren sein!!!!

  2. Frau muss ihr Buch aber auch nicht über Amazon vertreiben, oder? Aber das ist wahrscheinlich eine Frage des Umsatzes. Ich würde mir als Autorin aber schon Gedanken darüber machen, wenn es so derbe im Kontrast zum Inhalt des Buches steht. Alleine schon, um nicht die Glaubwürdigkeit zu verlieren……

      1. Frau Schubert, das ist aber eine relative schwache Antwort. Wem die Konsequenz doch so wichtig ist und wer selbst seinen Lesern den Tipp gibt beim örtlichen Buchhändler zu kaufen, sollte auch so konsequent sein mit dem Verlag die Absatzwege zu klären. Und gerade ein Verlag wie Ihrer sollte doch darauf reagieren. Oder geht Konsequenz und Integrität nur bis zum eigenen Geldbeutel. Das wäre aber schade.

        1. Amazon listet automatisch alle lieferbaren Bücher, weil das Unternehmen wie auch die Buchhändler vor Ort beim Großhandel bestellen. Somit wird jedes Buch auch automatisch bei Amazon gelistet.

          Leider ist es tatsächlich so, dass Amazon für gedruckte Bücher wie für E-Books ein großer Absatzkanal ist.

      2. Amazon ist in vielerlei Hinsicht schädlich und sollte ebenso wie Plastik vermieden werden. Ausbeutung und Bespitzelung der ArbeiterInnen stehen ganz oben. A. weigert sich Tarifverträge abzuschließen. A. lebt auf unsere Kosten, nutzt die gesamte Infrastruktur und zahlt keine Steuern. A. wird seine wachsende Macht sicher nicht nutzen, um Gutes zu tun, Spekulationen auf den Finanzmärkten etc. Also geht zum örtlichen Buchhändler und kauft da.

    1. Das kann Frau Schubert nicht verhindern. Zur Zeit müssen wir damit Vorlieb nehmen, nicht bei Amazon zu kaufen. Wir können auch die streikenden ArbeiterInnen unterstützen und die Machenschaften von Amazon öffentlich machen.

  3. Wie wäre es, wenn alle was dazu beitragen, zu vermeiden, dass Amazon oder irgendwelche Verlage Bücher in Plastik verschicken. Das ist doch nicht alleine die Aufgabe von Frau Schubert, sondern betrifft uns alle.

    1. Richtig, der Verbraucher entscheidet mit seinem Handeln, ob ein Produkt oder eine Verpackung zum Erfolg oder Misserfolg bei den Händlern wird oder ob ein Händler mit seinen Waren am Markt bestehen bleibt oder nicht. Die Verantwortung jetzt einfach an die Autorin abzuschieben, finde ich auch nicht okay.
      Jeder einzelne ist mit seinem Verhalten dafür verantwortlich, wie sich unsere Welt entwickelt. Dazu gehört auch unser Konsumverhalten.
      Das Zauberwort heißt Konsequenz. Die muß aber vom Endverbraucher kommen, damit die Unternehmen merken, dass es so nicht geht.
      Wer zum Beispiel Bekleidung beim Versandhandel bestellt, bekommt diese inzwischen auch oft in Plastiktüten. Ich frage mich, wie viele Menschen wohl schon so konsequent waren, die Tüte zurück zu schicken, mit dem Hinweis, dass sie keine Plastikverpackung für die Kleidung möchten. Schließlich gibt es diese doofen Tüten ja auch immer noch massenweise. Scheint wohl doch niemanden wirklich zu stören … .
      Unsere eigene Inkonsequenz und unsere eigene Bequemlichkeit sind schuld. Nichts und niemand sonst.

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